Wettkampfbericht vom Ironman Austria 2008
Geschrieben von Martin Mühl am 20. July 2008. Kategorie: Ironman Austria 2008, Wettkampfbericht
Artikel-Serie: Wettkampfberichte
- Wettkampfbericht vom 1/2 Iron Triathlon in Graz - Teil I
- Wettkampfbericht vom Wien Energie Halbmarathon
- Wettkampfbericht vom Eisbärlauf #3
- Wettkampfbericht vom Eisbärlauf #2
- Wettkampfbericht vom Eisbärlauf #1
- Wettkampfbericht vom 1/2 Iron Triathlon in Graz - Teil II
- Wettkampfbericht vom Viennaman
- Wettkampfbericht vom Ironman Austria 2007
- Wettkampfbericht vom Ironman Austria 2008
- Wettkampfbericht - Halbmarathon VCM Winterlaufserie, 1. Lauf

Die letzten Vorbereitungen am Race Day
Obwohl der erste von 4 Weckern schon um 3:30 Uhr läutete, war ich da schon wach - von selbst um 3:15 Uhr aufgewacht passiert mir eher selten. Von da an bis zum Startschuss konnte ich meinen Zeitplan fast schon minutiös einhalten.
Das einzige was mir vor dem Start Sorgen machte war, dass ich schon unheimlich ruhig war. Wie wenn ich Zeitung holen gehe und nicht kurz vor meinem A-Rennen stehe, für dass ich 8 Monate trainiert und einen fünfstelligen Euro-Betrag investiert habe.
Während mich mein IPod mit den besten Songs für einen Ironman beschallt, treffe ich in der Wechselzone die letzten Vorbereitungen. Pünktlich um 6:35 Uhr gehts zum Einschwimmen, um 6:50 Uhr stehe ich am Start und freue mich dass es endlich losgeht!
Schwimmen / 1:07h
Im Gegensatz zum Vorjahr war dieses Mal die Orientierung beim Schwimmen viel besser. Zum Einen waren die Bojen orange statt blau, zum Anderen war es bewölkt, was vor allem das Schwimmen Richtung Lendkanal erheblich erleichtert hat, da man nicht in die tiefstehende Sonne sehen musste.
Viel kann ich übers Schwimmen nicht sagen. War das ereignisloseste meiner bisherigen Triathlons. Bei der ersten Wende hatte ich zwar einen Schlag auf die Brille bekommen, konnte diese aber während dem Schwimmen zurechtrücken ohne dass Wasser reinkommt.
Das größte Ereignis war eigentlich dass ich am Rückweg Richtung Lendkanal schon den Wechsel aufs Rad durchgegangen und draufgekommen bin dass ich schlauerweise meine Radbrille vergessen habe. Vorwegnehmend kann ich aber sagen, dass ich mir da beim Schwimmen mehr Sorgen gemacht habe, als es mich im Endeffekt auf dem Rad wirklich gestört hat. Und wenn das bei einem 3,8km Swim das schlimmste ist was einem passiert, kann man denke ich sagen dass alles perfekt gelaufen ist.
Beim Ausstieg dann der Blick auf die Uhr: Mit 1:07h konnte ich trotz kaum vorhandenem Schwimmtraining (max. 25km in 8 Monaten) meine Schwimmzeit um 3 Minuten steigern!
Radfahren / 5:09h
Am Anfang meiner ersten Radrunde beginnt’s dann zu regnen. Da es aber weder stark war, noch kälter geworden ist, hatte das aber keinen Einfluss auf meine Radleistung. Die erste Runde ist extrem schnell vergangen, die Anstiege waren mehr im Weg als eine Herausforderung - so gut hatte ich mich am Rad schon lange nicht mehr gefühlt, wenn überhaupt.
In der 1. Runde war ich mit 2:30h auch sensationell schnell unterwegs. Zu Beginn der zweiten Runde zeigen meine split-Zeiten, dass ich sogar noch schneller war. Vor dem Anstieg beim Faaker See dann ein kurzes Zucken im rechten Oberschenkel. Um keinen Krampf zu riskieren habe ich dann von da an in den Anstiegen immer etwas Tempo rausgenommen, auch in der zweiten Runde bin ich aber sehr gut über den Ruperti gekommen. Nach den folgenden 3-4 kurzen Anstiegen dann endlich das Abbiegen auf die lange Gerade auf der es leicht abfallend mit 50kmh die letzten km Richtung Wechselzone geht.
Eine große Erleichterung dass dieses Jahr am Rad alles gepasst hat! Unglaublich wieviele Zuschauer bei der Radwende waren - fast bis zur Kreuzung nach vorne sind sie gestanden und haben für eine Gänsehaut Stimmung gesorgt!
Die 2. Runde war mit 2:39h zwar deutlich langsamer als die erste, trotzdem aber weit unter meinen Erwartungen. Mit der Zeit von 5:09 war ich auch nur ein par Minuten hinter den Cracks der Tri Stars Koma mit denen ich auf Trainingslager war, und dort waren die noch Welten vor mir.
Meinen Ernährungsplan konnte ich großteils auch einhalten. Auf dem Rad hatte ich 2 Riegel, 8-9 Gels, 2 Fl. Iso und 30 Panaceo.
Laufen / 4:03h
Wie auf dem Rad erwartet mich auch beim Laufen einsetzender Regen zu Beginn. Jetzt jedoch bei weitem stärker als auf dem Rad. War mir persönlich aber wurscht. Hat aber für die Zuschauer sicher hart ausgesehen im strömenden Regen einen Marathon laufen zu müssen, ich bin mir aber sicher das den meisten Zuschauern kälter war als den Triathleten auf der Strecke.
Die ersten Kilometer, sub 10h möglich?
Die ersten km bin ich recht schnell angegangen (~4:40er Schnitt), fühlte mich aber richtig gut und bin einfach mein Tempo gelaufen. Kurzes Nachrechnen hat dann ergeben, dass ich bei dem Tempo sogar sub10 laufen kann! Mir war zwar klar dass das eher nix wird mit Tempo halten, bins aber so gut es ging weitergelaufen ohne allzuviel auf die Uhr zu sehen. Erst als ich nach 10km noch immer auf sub10 unterwegs war, habe ich dann die km Zeiten genauer verfolgt. Hat sich dann aber herausgestellt dass die Zeiten so schnell gestiegen sind wie die Politikverdrossenheit der Österreicher. Bei km 15 wars dann offiziell vorbei mit sub10. Wäre aber auch ein Wunder gewesen.
Tempo reduziert, aber gehalten
Auf der zweiten Runde bin ich bei den meisten Verpflegstellen stehengeblieben und hatte kurze Gehpausen. Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren bin ich nach dem Weiterlaufen aber nicht tausend Tode gestorben sondern konnte recht schnell wieder mein voriges Tempo weiterlaufen. Eine ganz neue Erfahrung wenn der Marathon kein Wandertag ist. Der größte Vorteil ist, dass es viel schneller vorbei ist. Da bewahrheitet sich dann der Spruch:
“It doesn’t get any easier, you just get faster.”
Der dramatische 3,2km Schlussprint
Den Rückweg aus Klagenfurt und den dramatischen Kampf um Sekunden habe ich ja schon beschrieben:
“Auf dem zweiten Rückweg von Klagenfurt verrät der Blick auf die Uhr dass es sich mit den sub 10:30h wohl nicht mehr ausgehen wird. Trotzdem Tempo noch angezogen. Bei km 39 hatte ich noch exakt 15min für die letzten 3,2km, macht also einen 4:40er Schnitt. Tempo nochmal angezogen, trotzdem der nächste km nur in 5min. Für die letzten 2,2km also nur noch 10min! Eine Zeit die ich bei keinem meiner 10 Marathons geschafft hatte - ist immerhin ca. ein 4:30er Schnitt und das am Ende eines Ironman. Die letzten km-Markierungen habe ich gar nicht mehr gesehen, nur noch Vollgas gegeben. Wollte dazwischen ein paar Mal abstellen weil ich dachte es geht sich niemals aus. Trotzdem weitergekämpft. Einbiegen in den Zielkanal, von weitem der Blick auf die Uhr über dem Ziel: 10:29:50h! Nochmal alles gegeben - 54, 55, 56, dann wusste ich es geht sich aus und schließlich bei 10:29:58h überglücklich ins Ziel! EIN TRAUM!”
Am Ende wars wirklich ein Kampf um Sekunden und die Freude im Ziel kaum zu beschreiben!!
P.S.: Nächstes Jahr bin ich schon angemeldet. Ziel? Der 9er muss vorne stehen
Tipp des Tages:
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, kannst Du in Zukunft einfach auf dem Laufenden bleiben indem Du meinen RSS-Feed abonnierst.



































6 Kommentare
1. Chris schrieb am 20. July 2008 um 17:23
Sub10 in 2009?
Na dann viel Glück, dass die Laufstrecke auch dann wieder deutlich zu kurz sein wird
[Direkt Antworten]
2. Ferry Adler schrieb am 21. July 2008 um 11:25
Hei Martin.
Schøner Bericht und klasse zu lesen.
kannst Du vielleicht ein wenig uber deine Trainingsumfange schreiben?
Wie ist es zu dem guten Radsplit gegkommen und das gleiche fur das laufen?
Wieviele km und Stunden hast du gebraucht und im vergleich zum letzten Jahr?
Ware spannend dies mal zu horen.
Grusse von Ferry
[Direkt Antworten]
3. Martin Mühl schrieb am 21. July 2008 um 11:53
Hi Ferry!
Schwer zu sagen, da ich dieses Mal keine detaillierten Aufzeichnungen geführt habe. Am wichtigsten für den guten Bike-Split war das Trainingslager auf Mallorca, die beiden Höhentrainings-Einheiten (10 Tage Höhentraining 2 Wochen vor dem Trainingslager und 3 Tage kurz vor dem Ironman). Mit dem Laufen bin ich nicht wirklich zufrieden, hatte schon mit einer sub4 Zeit gerechnet.
Der Grund warum ich keine genauen Aufzeichnungen mehr geführt habe, war zum Einen dass ich beim Schwimmen leere km vermeiden wollte nur um so und soviel km zu schwimmen. Beim Laufen habe ich dazu geneigt ständig die gleichen Runden zu laufen, nur weil ich genau weiss wieviele km sie haben. Nachdem ich nicht mehr draufgeschaut habe, bin ich auch ganz neue Runden gelaufen und hatte auch wieder mehr Spass dabei.
[Direkt Antworten]
4. Gerald schrieb am 21. July 2008 um 12:32
cooler bericht, jetzt werd ich mich wohl auch bald hinsetzen müssen und meinen niederschreiben, sonst verblasst die erinnerung zu sehr
denn irgendwie hab ich jetzt schon das gefühl als ob das ganze schon ewig her wäre
[Direkt Antworten]
5. Mörty schrieb am 03. April 2009 um 17:32
Hallo Martin!
Hab’ soeben im Netz das Felt DA gesucht und bin auf deine Seite gekommen (myroadtokona).
Ich denke mal, dass du damit sagen willst, dass du mal nach Hawaii willst, aber wenn ich mir so deine Zeiten ansehe und die mit den Zeiten vergleiche, die für einen Slot benötigt werden, sehe ich für dich eine never-ending road to kona!
Nichts für ungut aber denkst du nicht, dass dein Ziel etwas zu hoch gesteckt ist?
Ich war 08 auch in Klagenfurt dabei (war mein erster IM), hab im Schnitt 8-10 Trainingsstunden in der Woche absolviert, war 2007 noch der absolute Nichtschwimmer konnte keinen Meter kraulen und hab’ das ganze dann in 10:04 (inkl. 4min Zeitstrafe) absolviert. Ich wundere mich deshalb immer über Leute die sich so zur Schau stellen um andere zu beeindrucken, ich mein’… ja ok, du hast einen IM absolviert und die Zeit is auch net so schlecht, aber ich rate dir genieße einfach das Erlebnis Triathlon und konzentriere dich mehr auf dein Training anstatt Berichte zu schreiben und Webseiten zu betreuen! Viel Glück für dein Vorhaben!
LG
[Direkt Antworten]
6. Martin Mühl schrieb am 03. April 2009 um 22:29
Geh’ Robert, bist noch immer beleidigt wegen dem Baucherl?
[Direkt Antworten]