Die Trainingsbibel für Triathleten

"Pain is about seeing how strong you are mentally."

My Road to Kona / Triathlon Blog von Martin Muehl
< Wettkampfbericht vom Ironman Austria 2009 Rücktritt vom Rücktritt >

Ursachenforschung nach dem Ironman [+ Trainingsumfänge]

5240 1177060070427 1345882581 463622 4777205 nDer Ironman Austria 2009 ist vorbei, die Vorbereitung war gut, die Leistung schlecht - bleibt die Frage nach dem Warum!

Die Frage wird umso interessanter, als im Training alles auf einen erfolgreichen Wettkampf hingedeutet hat:

  • Erstmals die komplette Vorbereitung ohne Verletzungen und Krankheit durchgezogen
  • Halbdistanz auf der Donauinsel erfolgreich absolviert ohne ans Limit gehen zu müssen
  • Abschließender Leistungstest mit 20-30 Watt höheren Schwellen als im Vorjahr zur gleichen Zeit

Alles Ampeln waren also auf grün, trotzdem war beim Ironman schnell klar das es nichts wird mit den angepeilten 10h.

Mögliche Gründe:

  • Schlechtes Training in der Vorbereitung
  • Falsches Tapering
  • Fehler am Race Day

Um der Ursache auf den Grund zu gehen und ein mögliches Fazit für die Zukunft ziehen zu können hier eine genauere Analyse:

Erzielte und geplante Zeiten beim Ironman Austria 2009 + Trainingsumfänge:

Swim / 1:16:38h
Minimalziel: sub1:10h, Realistisches Ziel: 1:05-1:07h, Idealziel: sub1:05h
Training: 8h Schwimmkurs, 3,5h Freiwasser

Bike / 5:09:35h
Minimalziel: sub5:10h, Realistisches Ziel: sub5h, Idealziel: sub4:50h
Training: 71h auf der Walze, 124h/~3.600km auf dem Rad

Run / 5:07:16h
Minimalziel: sub4h, Realistisches Ziel: sub3:50h, Idealziel: sub3:40h
Training: 128h/~1.400km

Gesamttrainingszeit: 335h (seit 3. November 2008)

 

Was war los beim Ironman?

-> Schlechtes Training in der Vorbereitung?

Beim Schwimmen ist die Ursache noch die eindeutigste - mangelndes Schwimmtraining draussen. Neben dem flowsports Schwimmkurs war ich vielleicht 4-5x draussen schwimmen, zu wenig um mich wirklich auf das Gewurl beim Ironman vorzubereiten. Sobald es dann gegangen ist, war das Tempo auch in Ordnung und ohne den Zeitverlust am Anfang wären es wohl auch die angepeilten 1:05h geworden.

Fazit: Auch in Zukunft kein laufendes Hallentraining im Winter notwendig, nur draussen mind. 10-15x schwimmen gehen!

Fürs Radfahren und Laufen kann ich schlechtes Training eigentlich ausschließen. Subjektiv war ich um einiges besser drauf als letztes Jahr, ebenso im Vergleich mit anderen Radlern die ich schon länger kenne und auch laut Leistungstest. Auch beim Laufen hatte ich deutlich mehr Tempotraining in den Beinen.

Übertraining würde mich auch wundern. Die letzte harte Trainingswoche war die vierte Woche vorm Ironman (17h Training), die darauffolgende Woche schon nur mehr 10h.

 

-> Falsches Tapering?

Training in den beiden Tapering-Wochen:

  • Week 2
    Di-Do Höhentraining, hauptsächlich regenerativ, Sa Leistungstest
  • Week 1
    Do 40min Bike + 15min Run, Fr 40min Swim, Sa 20min Run

Das Höhentraining hatte ich auch voriges Jahr in dieser Zeit gemacht und bisher immer gut vertragen, auch das sonstige Training gibt keinen Anlass zur Sorge.

Mit dabei war aber auch am Dienstag vor dem Ironman das U2 Konzert in Barcelona, dass meinen Schlafrhythmus ordentlich durcheinandergebracht hat.

Schlaf in Week 1:

  • So-Mo: 2h
  • Mo-Di: 7h
  • Di-Mi: 1h
  • Mi-Do: 17h
  • Do-Fr: 8h
  • Fr-Sa: 8h
  • Sa-So: 6h

Mit dem Ausschlafen von Mittwoch auf Donnerstag hatte ich gehofft den Schlafmangel aufholen zu können und das subjektiv auch geschafft. Selbst von Samstag auf Sonntag habe ich dann noch überraschend viel Schlaf bekommen.

Nudeln essen war auch wie gewohnt, sprich Mittwoch bis Samstag Mittag nur Nudeln und viel Trinken.

Auch im Nachhinein kaum ein Grund zur Beanstandung. Glaube nicht dass es der wenige Schlaf ausgemacht haben kann, da ich grundsätzlich kein Vielschläfer bin - vielleicht wars aber doch zu viel für den Körper so kurz vor einem Wettkampf?

 

-> Fehler am Race Day?

Nachdem sich bisher keine Gründe aufgedrängt haben, liegt der Hund vielleicht wirklich nur direkt im Rennen begraben.

Hitze

War vor allem auf der zweiten Runde für mich richtig extrem. Höchstwert laut ergomo war 34°C. Dürfte ich aus irgendeinem Grund nicht vertragen haben. Vielleicht lags daran dass wegen des lange anhaltenden schlechten Wetters in den Wochen davor die letzte Trainingseinheit bei Hitze schon zu lange zurücklag. Ich hatte zwar von Anfang an bei jeder Verpflegstelle eine Flasche Wasser über den Körper geschüttet, war aber vielleicht zu wenig.

Sonne

Wie jedes Jahr in der Früh mit Sonnenschutz 30+ eingeschmiert, nach dem Radfahren nochmal nachgeschmiert und beim Laufen dann nochmal. Hat aber trotzdem nicht gerreicht und die Arme waren deutlich verbrannt, und zwar schon nach dem Radfahren. Vielleicht war der Sonnenschutz diesmal nicht so wasserfest wie er sein sollte und der Körper hatte auf dem Rad schon mit dem Sonnenbrand auf den Armen zu kämpfen was zu viel Energie abgezogen hat?

Ernährung

Das wäre vielleicht auch eine Erklärung warum ich dann auch plötzlich keine Nahrung mehr runtergebracht habe. Das hatte dann zur Folge dass mir auf der zweiten Runde die Kraft ausgegangen ist und durch die fehlenden Nahrung hatte ich dann vielleicht auch den leidigen Krampf beim Laufen. Getrunken hatte ich auf dem Rad und beim Laufen denke ich recht brav.

Was ich auch außer acht gelassen hatte war das Aufnehmen von Salz. Hatte voriges Jahr einige Salzkapseln genommen, jetzt im Training aber eigentlich gar nicht mehr und daher auch nicht im Wettkampf. Dadurch könnte der Salzverlust durch die Hitze auch eine Ursache sein.

Laufen

Beim Laufen wollte ich dann so weit wie möglich durchlaufen und habe deshalb anfangs auch nur ein Gel beim Wechsel zu mir genommen. Erst mit den Gehpausen nach 12km habe ich auch angefangen mit Cola und Brot/Crackern, die aber erst ihre Zeit brauchten bis ich was davon hatte. Besser wärs wohl gewesen schon früher Gehpausen an den Verpflegstellen zu machen, diese dafür kürzer.

 

Mein derzeitiges Fazit also:

  1. Am Rad habe ich die ungewohnte Hitze nicht vertragen
  2. Durch den schlechten Sonnenschutz war der Körper zusätzlich belastet
  3. Dies führte dazu dass ich nichts festes mehr essen konnte
  4. Außerdem hatte ich keine Salztablettten mit um den Salzverlust durchs Schwitzen zu kompensieren
  5. Was dazu führte dass ich nach den ersten Kilometern beim Laufen eingegangen bin und am Ende auch noch den Krampf bekommen habe

Eigentlich pervers wie eine 8monatige Vorbereitung an Kleinigkeiten scheitern kann…

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16 Kommentare

1. Michael schrieb am 10. July 2009 um 15:58

Any Thoughts:
Mir sagte mal einer “Cola erst am Schluß”, heisst die letzten 3-5km. Vorher nur Wasser und Iso-Drinks.

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Martin Mühl Reply:

War ursprünglich auch nicht so geplant, nur wars zu dem Zeitpunkt schon wurscht und alles isoartige hab ich einfach nicht mehr runterbekommen.

[Direkt Antworten]

Michael Reply:

Hatte ich aber auch schon mal. Ich konnte das Getränke zwar in den Mund kippen, aber musste es direkt wieder ausspucken. Ich hab dann einfach mal nix genommen und irgendwann ging es wieder mit Wasser /Iso.

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2. Chris schrieb am 10. July 2009 um 16:11

Kopf hoch und 2010 die Quali!
Aus Fehlern lernt man, mit Deiner akribischen Vorbereitung wäre sicherlich mehr drin gewesen.

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3. gernot schrieb am 10. July 2009 um 17:17

kopf hoch!

mmn war dein sub10 bei diesen bedingungen einfach viel zu hoch gegriffen. ich hab dir schon letztes jahr folgendes geschrieben:

———————————————————

6. gernot schrieb am 19. November 2008 um 08:41

sehr sehr ambitioniert…

vergiss eines nicht: klafu 2008 war vom wetter optimal, das 2009 nochmals zu bekommen ist eher unwahrscheinlich und radfahren bzw. laufen bei 30-35° ist halt ganz was anderes als heuer wo’s gerade mal 20-25° hatte

trotzdem alles gute!

vielleicht können wir mal die eine oder andere einheit gemeinsam trainieren!?

———————————————————-

weiß nicht ob du das trainiert hast aber einheiten bei mittagssonne bzw. hitze sollten genauso am programm stehen.

du hast ja leider erleben müssen was alles passieren kann. ich war z.b. vor zwei jahren in malaysia, da hatten wir 40° und tropensonne, ich hab mein ziel einfach entsprechend adaptiert, d.h. einfach ins ziel kommen und war mit meinen 11:45 dann dennoch sehr zufrieden trotz damaliger 10:10 bestzeit.

es muß nicht immer die “poserpanier” sein,
ein kurzärmeliges trikot funzt genauso, hat sogar den vorteil, dass das wasser länger kühlt und du keinen sonnenbrand bekommen hättest!

mir ist’s 2007 ähnlich ergangen, war für meine verhältnisse in topform, bekam aber ein/zwei tage vorm im eine magenverstimmung, rennen ging bis km 10 gut ab dann alle 2-3km kotzen, hab dann einfach die stimmung am streckenrand genossen und bin zu fuß ins ziel.

hab dann beschlossen ich mach in podo mit und da hat’s dann trotz wind und hitze mit den sub10 geklappt.

würd ich dir auch empfehlen, beim schwimmen im neusiedlersee hast immer die möglichkeit aufzustehen um dich zu orientieren oder kurz durchzuschnaufen, um die bojen herum gibt’s keine schlägereien (da die meisten zu fuß umrunden), am rad kann’s zwar mühsam werden /w wind aber ansosnten sicherlich ähnlich schnell wenn nicht sogar schneller als klafu, laufen bei schönen wetter zumeist sehr heiß, die sonne aber nicht mehr so stechend.

außerdem gewinnst in t1 und t2 gute 5min, da die wege kürzer sind, da warst in klafu übrigens sehr langsam!

wennst halbwegs ernsthaft weitertrainierst geht sich sicherlich eine neue pb aus.

das angebot zum gemeinsamen training steht übrigens noch!

[Direkt Antworten]

Martin Mühl Reply:

Mit dem Wetter hast Du wirklich recht behalten. Grundsätzlich seh ich mich aber eher als Hitzesportler als in der Kälte. Ich kann mich jetzt nicht erinnern dass mir Hitze auf dem Rad jemals richtig was ausgemacht hat, vor allem da ich mir bei jeder Verpflegstelle eine Flasche Wasser drübergeleert habe hätte sich das eigentlich nicht so groß auswirken sollen. Meine langen Läufe sind ohnehin meist in der Mittagszeit, nur mit dem Wetter bei uns war ja in den letzten Wochen davor nicht allzuviel Training in der Hitze möglich.

Podo wird’s vielleicht spontan die Halbdistanz werden, Langdistanz ziemlich sicher nicht.

Klafu war ich beide Male pinkeln in der Wechselzone, weils eh schon wurscht war :-)

[Direkt Antworten]

4. gernot schrieb am 10. July 2009 um 17:21

p.s.

der satz sollte folgendermaßen beginnen

mir ist’s 2007 in klafu ähnlich ergangen,

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5. Ralf schrieb am 10. July 2009 um 18:35

Hallo Martin,

ich glaube die Mischung wars:

*Dein “Tapering” war wirklich nicht optimal. Da hast du dirs nochmal kräfig (zu kräftig) gegeben.

*Du musst während des WK viel, viel mehr Energie zuführen und das auch trainieren. Und: Gel geht immer…ist doch nur ein kleiner Schluck, wie soll das nicht reingehen?

*Ich hatte ja auch schon mal was zu deinem Trainingsplan geschrieben. Versuche mal die harten Dinger zu zeitlich trennen.

*Ich denke auch, dass du nicht locker genug im WK bist. Bleibe nur im hier und jetzt, denke nicht ans Ziel und nicht an die nächste Disziplin. Lasse die Vergangenheit hinter dir (z.B. schlechter Schwimmanfang) und die Zukunft auf dich zukommen. Habe Geduld bis zum Halbmarathon und aktiviere erst da (aber dann umso mehr!!!)deinen Kampfmodus.

Ich werde versuchen mich im nächsten Jahr ebenfalls für Kona zu qualifizieren. In diesem Jahr machen wir Babypause. Meine Bestzeiten sind 9:22h 2007) und 9:27h (inklusive Plattfuß, 2008).
Hat trotzdem nicht gereicht!
Ich werde versuchen mich bis zum Juli 2010 in eine Form zu bringen, mit der ich realistische Chancen auf eine 9:15h habe. Falls du an meinem Training interessiert bist, dann melde dich…

[Direkt Antworten]

Ralf Reply:

Hab noch was vergessen:

Ich habe 1999 auch mit einer 12:26h begonnen und mich völlig legal und sauber langsam gesteigert….also, nicht den Mut verlieren!

[Direkt Antworten]

6. Andi schrieb am 10. July 2009 um 19:59

Hallo Martin,

du hast es glaube ich schon richtig analyisiert.

ESSEN was geht…ich hatte ab km90 das Gefühl sofort kotzen zu müssen, habe aber weiter tapfer Essen rein gestopft.
Aus persönlicher Erfahrung kann man die Ernährung (Mengen und Verträglichkeit) im Training (auch bei langen/harten Einheiten) nur bedingt mit dem Bewerb vergleichen. Ich brauche beim Wettkampf mehr und das Essen fällt mir viel schwerer. Da hilft nur in Wettkämpfen probieren was am besten funktioniert.
Mein Plan war:
Rad: Alle 10km am Rad einen Riegel (außer km60/150). Alle 30km eine Salztablette. Habe ich fast durchgezogen 2-3Riegel waren es am Ende weniger.
Laufen: km1-4 2 Gels, dann alle 4km ein Gel,ab km30-35 nur Cola, alle 7km eine Salztablette. Habe ich zu 100% durchgezogen, da ich im NY Marathon das letzte Gel aufgrund von “I kann nimma” weg gelassen habe und dafür doppelt geüßt habe.
SALZ-da hat jeder seine eigene Meinung. Ich habe 12 Salztabletten eingeworfen. Laut “Trainingsbibel” soll man ca. 10g Natrium zu sich nehmen…umso wichtiger wenn es heiß ist…würde bei keinem Wettkampf darauf verzichten
Mein Fazit zum Essen: Vielleicht einen Hauch zu viel am Rad :) Alle 15km ein Riegel müßte auch reichen.

SONNENCREME: ich habe die aus dem Gimickpack von St.Pölten verwendet +25 und Wasserfest, eine orange Verpackung. Ich habe nicht nachgeschmiert. Bin zwar ein wenig rot geworden und es hat am Abend “gehitzt”, aber weit weg von einem richtigen Sonnenbrand. Bin eher ein heller Typ.

HITZE: bin auch überzeugt, dass mir die Hitze die SUB10 gekostet hat, voriges Jahr hätte man ca. 9:50 haben müssen um an meine Platzierung zu kommen. Hatte ähnliche Gefühle auf der 2ten Radrunde “Scheisse es ist heiß, ich will Regen” :)

Was ich noch dazu geben würde…einen Ironman kann man nicht planen. Eigentlich ein perverser Sport den wir betreiben. Mindestens ein halbes Jahr Vorbereitung mit einem hohen zeitlichen und wirtschaftlichen Aufwand und sozialen Entbehrungen und das für einen Tag wo dutzende Schrauben locker werden können, zig Seile reißen können, Sackerl verschwinden oder falsch gepackt werden können, körperliche Wehwechen auftreten können,…schlicht nicht dein Tag sein kann.
Man sagt Golf ist ein Sport der Demut lehrt, aber wer das gesagt hat, hat noch nie eine Langdistanz Triathlon bestritten ;)

[Direkt Antworten]

Martin Mühl Reply:

Hallo Andi!

Meinst Du mit “alle 10km 1 Riegel” ein Stück von einem Riegel oder einen Mini-Riegel? Alle 20min einen ganzen Powerbar-Riegel reinschieben kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen…

Mein Fehler war auch nachdem ich keinen Riegel mehr runterbekommen habe die Gefahr nicht zu erkennen und komplett auf die Gels umzusteigen und auch auf dem Rad an den Verpflegstellen welche zu nehmen.

Wie Du sagst glaub ich kann man einen Wettkampf im Training eben nicht 100%ig testen.

Was den perversen Sport angeht hast Du recht, da hab ich mir bei meinen 10km gehen den ein oder anderen Gedanken dazu gemacht :-)

[Direkt Antworten]

Andi Reply:

Hallo,

ja alle 10km ein Riegel-außer vorm Ruppertiberg :) Trainingsbibel sagt 300-750 kcal/Stunde zuführen und ich habe mich auf die “sichere” Seite gelegt. Habe dann eh ein wenig weniger hinein bekommen. Aber 5,5h*600=3300kcal/240=13,75Riegel

lg,a.

[Direkt Antworten]

7. snick schrieb am 11. July 2009 um 12:27

wow, interessante diskussion!

ich glaube, dass deine fehler in der vorbereitung gegen einen hauptfehler im wettkampf eher klein waren.

ich hab noch nie ein höhentraining gemacht, aber ich glaube, dass das 2 wochen vor dem wettkampf viel zu spät ist. (braucht ja ewig, um zu wirken, kurz danach gibt es sogar eine kritische phase…) genauso wie ein leistungstest 1 woche davor. (sei mal ehrlich, was bringen dir die wattwerte jetzt?) im tapering sollst du dich vorallem erholen und nicht weiter belasten! die meisten athleten sind sich auch einig, dass man am freitag vor dem wettkampf überhaupt 100% ruhe geben sollte. (beine hoch und keine 40 min schwimmen mehr.)

das alles wär aber glaub ich ziemlich egal gewesen gegen deinen plan, einfach die 10 verlorenen schwimm-minuten auf einer einzigen (!) radrunde wieder aufzuholen. das sind mindestens 3 levels über dem, was du fahren konntest und ich bin mir sicher, dass du dich damit abgeschossen hast (vergleiche hier nicht deine zeit mit dem vorjahr, sondern werte deine ergomo-daten aus! “wie ein henker” darf man die erste runde jedenfalls nie fahren…)

alle weiteren fragen erübrigen sich damit. die hitze hat ihres dazu beigetragen, keine frage, aber nur einen kleinen teil. wenn du auf der ersten radrunde überzockst, dann ist das rennen gelaufen, vorbei! davon erholst du dich nicht mehr!

der körper fährt dann runter und sendet dir verzweifelte signale: kein essen mehr, kein tempo, dazu noch krämpfe. an diesem punkt kannst du auch mit cola oder salz nichts mehr retten, da ist der fehler schon stunden zuvor passiert! über die laufleistung würde ich mir gar keine gedanken machen, die wurde opfer deiner radtaktik…

vorsicht auch mit dem salz! salz ist wichtig, aber mittlerweile schon in vielen riegeln und gels drin! wenn du zu viele salztabletten einwirfst, trocknest du erst recht aus!

generell zur taktik: du kannst ruhig auf 99% schwimmen, aber niemals über 80% oder so radfahren!!! und wie ralf schon sagte, beißen erst ab dem halbmarathon, alles andere rächt sich!!! du kannst nicht am anfang krampfhaft unter der zielzeit bleiben, deshalb am ende eingehen und dann sagen, es war einfach nicht dein tag. damit lügst du dir in die eigene tasche…

abschließend sollte ich vielleicht noch sagen, dass ich all diese fehler selbst auch schon gemacht habe und deshalb aus erfahrung spreche. =O)

lg
snick

[Direkt Antworten]

Martin Mühl Reply:

zum Rückstand:
Das mit dem Rückstand nach dem Schwimmen aufholen ist in dem Bericht vielleicht falsch rübergekommen. Ich bin nicht aufs Rad gestiegen und hab 90km Vollgas gegeben, sondern ich dachte am Rad sollte ich deutlich stärker sein als voriges Jahr und die schnellere erste Runde sollte sich eigentlich automatisch ergeben. War dann aber eben nicht so.

zum Tapering:
der eigentliche Höhentrainingsblock war schon einige Wochen davor, in der Taperingphase waren nur drei Tage kurze, regenerative Einheiten am Programm. Hatte ich voriges Jahr auch gemacht und es gut vertragen. Die Wattwerte aus dem Leistungstest sind vor allem eine gute Sache für den Kopf, die Belastung für den Körper zwar vielleicht nicht ohne, aber der dauert ja nicht so lange dass ich mir da Sorgen gemacht hätte ich schieß mich ab für den Wettkampf acht Tage später.

zum Salz:
Sehe ich so wie Du, dass ich dachte es kommt genug über Nahrung und Iso-Drinks herein, deshalb verwende ich auch keine Salztabletten mehr im Training. Nur war ich dann nicht flexibel genug das heiße Wetter zu berücksichtigen, bzw. hab ich das auch einfach unterschätzt.

[Direkt Antworten]

Andi Reply:

ad Salz:
ich habe mir die Mühe gemacht und vor dem Rennen ein Excel erstellt und dort Riegel/Gel/Iso die ich essen muss plus die enthaltenen Natrium Mengen eingetragen.
Die Literatur sagt bis zu 1g Natrium/Stunde = 10g beim Ironman, ich habe viele Riegel und Gels verdrückt und sogar mit meinen 12 Salztabletten bin ich nicht auf 10g Natrium gekommen, glaub es waren so 8,7g…Für mich bedeutet das brav Tabletten werfen, im Training brauche ich auch keine…

[Direkt Antworten]

8. David schrieb am 17. July 2009 um 19:18

Lieber Martin,

ich hab in den letzten Wochen relativ häufig und gerne Deine Homepage gelesen. Nach Deinen Erklärungen warum es in Kärnten nicht funktioniert hat, bin ich zu dem Entschluss gekommen Dir auch einen Kommentar schicken zu können bzw. zu müssen.
Es haben Dir 2 Gruppen von Leuten geschrieben. Die einen bereiten sich auf ihren ersten Ironman bzw. 70.3 vor, sind begeistert von deinen Schilderungen und geben Dir den Glauben es doch nach Kona schaffen zu können. Die anderen (Robert, Franz…) haben mehrere Ironmen erfolgreich (und auch schnell) absolviert und sparen daher auch nicht mit Tipps und Kritik. Ich zähle mich zu der zweiten Gruppe. Ich stehe momentan bei 9.46, bin und bleibe daher in meiner (auch deine Altersklasse) immer noch zumindest 30 Minuten von Kona entfernt und werde somit genauso wenig wie Du dort starten.
Sei doch nicht so beratungsresistent und kritikverneindend. Du trainierst wie ein Wilder und die Leistungen sind, sagen wir es freundlich, nicht berauschend. Du trainierst seit 9 (!) Jahren und somit ist eine Leistungsexplosion wie sie für die Hawaii-Quali notwendig wäre nicht mehr zu erwarten. Was willst du denn noch aufführen?
Wie sollst du in einem Ironman 3:30 laufen - ist wohl für eine klare sub10 nötig - wenn du noch keinen Marathon in 3h gelaufen bist. Sei doch einfach ehrlich zu Dir…..oder schieb Deine Leistungen auf die Sonne, das Salz, aufs Material, auf die Riegel, oder, oder, oder…..nur ja nicht auf Dein nicht überragendes Talent.
Schreib unseretwegen weiter diese Seite und berausche Dich an Einheiten und Wettkämpfen. Wir - und du hast wahrscheinlich keine Ahnung welches Kuriosum Du unter Ausdauersportlern geworden bist - haben unseren Spaß dabei und können Dir bei Deinem verzweifelten Scheitern zusehen.
Persönlich wünsch ich Dir, dass Du Deine Ziele erreichst. Ich würde sie mir jedoch realistischer setzen.

Alles Gute für die nächsten Wettkämpfe

David

[Direkt Antworten]

9. Team Tricamp schrieb am 05. August 2009 um 15:47

Hallo Martin,

ich verfolge mit Spannung deinen Blog.

Meine Wertung zu deinen Fehlern im Vorfeld des IM:

Ein Tapering von 4 Wochen (du schreibst, die letzte harte Trainingswoche 4 Wochen vor dem IM) ist allenfalls nötig wenn du auf eine wöchentliche Trainingsbelastung von min 40 Std kommst, sonst ist der Formverlust höher, als die regenerative Wirkung. Ich würde dir raten max. 2 Wochen zu tapern und von deiner durchschnittlichen Trainingszeit in der ersten Woche 30% zu reduzieren und in der 2. Woche 60%.

Die Ratio zwischen Laufen und Radfahren im Training ist bei dir nicht groß genug. Du solltest im Stundenvergleich um einiges mehr Radfahren als Laufen.

Ein regelmäßiges Schwimmtraining ist absolut notwendig. Dabei geht es noch nicht einmal um die am Ende erzielte Zeit im swimsplit, sondern um die “Körner” die du da im Wasser gelassen hast. Kontinuierliches Training ökonomisiert deinen Schwimmstil und spart dir so richtig viele Kalorien, die du dann in den weiteren Disziplinen sehr nötig brauchst.

…. schon gar bei den Zielen, die du dir gesteckt hast.

Schau doch mal bei uns auf der homepage nach, vielleicht könne wir dich dabei unterstützen.

Viele Grüße

Tobias

[Direkt Antworten]

10. gonzolator schrieb am 16. August 2009 um 14:41

hallo!

ich denke auch, dass du vor allem dein schwimmen verbessern musst. nicht nur weil du damit sicher bis zu einer viertelstunde schneller sein kannst, sondern auch weil du damit automatisch bei viel schnelleren radlern bist, mit denen du dann “mitrollen” kannst (auch wenn du nicht lutscht ist das ein großer vorteil). dieses mitrollen spart dann wieder körner fürs laufen…des weiteren muss ich dem eintrag vor mir rechtgeben, dass du ohne swim-training einfach zu viel kraft im wasser lässt…

also rein ins becken, 2-3 die woche und du wirst einen erfolg sehen und spüren

lg

[Direkt Antworten]

11. Herber schrieb am 20. September 2009 um 11:29

wie gehts weiter?
karriere ende?

[Direkt Antworten]

Martin Mühl Reply:

rücktritt damals schon privat verkündet und durchgezogen, in kürze gibts aber wieder den rücktritt vom rücktritt! :-)

[Direkt Antworten]

12. markus schrieb am 24. September 2009 um 06:37

und jetzt? warum tut sich nichts mehr auf deiner seite?

[Direkt Antworten]

13. Aaron schrieb am 24. September 2009 um 11:56

habe bis jetzt auch immer gespannt mitgelesen und mir viele Infos gemerkt. schade, dass nun nichts mehr los ist….

[Direkt Antworten]

14. Martin Mühl schrieb am 24. September 2009 um 12:02

Zusammenfassend meine sportliche Betätigung seit 5. Juli 2009:

Laufen: 1h :-)

Somit bestehe ich zu 95% nur noch aus Pudding…

Heute wird einmal der 30er gefeiert, am Freitag dann nochmal und am Samstag dann so richtig. Und am Montag ist dann der Trainingsstart mit noch nicht näher definierten Zielen!

Updates folgen nächste Woche, versprochen! ;-)

LG

[Direkt Antworten]

markus Reply:

na dann wünsch ich dir mal alles gute
habe meinen 30er im november

[Direkt Antworten]

15. markus schrieb am 01. October 2009 um 08:10

Updates folgen nächste Woche, versprochen!

die woche neigt sich dem ende zu

[Direkt Antworten]

Martin Mühl Reply:

Bin schon dabei, wenn auch mit Verspätung! :-)

LG
Martin

[Direkt Antworten]

16. Thomas schrieb am 22. July 2010 um 15:30

Wenn Hawaii immer noch ein Ziel ist, würde ich vorerst nur am Laufen arbeiten. Wenn du einen Marathon unter 3h laufen kannst, hast du soviel mehr Potential, dass dir der Rest auch leichter fällt.

[Direkt Antworten]

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