Trainingslager Lanzarote – 2. Trainingsblock
Geschrieben von Martin Mühl am 04. March 2009. Kategorie: Training
Nach den ersten Ausfahrten zum Eingewöhnen war der zweite Block der erste Richtige: Alleine im Wind, nur noch über 100k am Rad und Koppeltraining mit Laufen.
Training-Day 4:
Bike: 112km, 4:13h, Durchschnitt: 201 Watt, Vmax: 76,3 km/h, 1.532 HM
Run: 6km, 0:30h
Training-Day 5:
Bike: 111km, 4:11h, Durchschnitt: 189 Watt, Vmax: 66,1 km/h, 1.523 HM
Run: 8km, 0:40h
Training-Day 6:
Bike: 144km, 5:32h, Durchschnitt: 190 Watt, Vmax: 83,2 km/h, 2.112 HM
Run: 10,5km, 0:56h
Die ersten beiden Ausfahrten waren witziger Weise fast ident, obwohl komplett unterschiedliche Strecken. Am ersten Tag noch dazu meinen ersten Patschen bei einer Ausfahrt alleine. Glücklicherweise am Vorderrad, da gings dann nach 10min (schon) weiter.
Peak-Day dann der dritte, der war nicht ohne! Zum Einen nach 10km schon waschelnass gewesen wegen einem Regenschauer in Tiás, dann die LZ-1 nach Norden wieder Regen, danach zumindest Mal kein Regen mehr.
Von der LZ-1 dann den Anstieg über Tabayesco rauf zur Wetterstation, sind ca. 10,5km mit knappen 600HM am Stück, im Schnitt mit ca. 5-6% Steigung – ganz ok.
Oben dann komplett im Nebel und Sicht max. 15-20m was dezent störend in der Abfahrt war. Aber muss man hinnehmen, schaut zumindest recht lässig aus wenn vor einem aus dem Nebel plötzlich Radlfahrer und Autos entgegenkommen.
Nachdem ich Regen, Anstieg und Nebel hinter mir hatte, fehlt nur noch der Wind. Der kam dann auch. Und wie. Die Strecke von Teguise nach Norden zum Surfer-Strand ist normalerweise sicher ein Traum zu fahren: lange Geraden, guter Asphalt, abfallend. Ich bin dort und der Wind bläst mir ins Gesicht das ich glaub’ ich werd’ deppat. Ich sag’ nur: -7% Gefälle, Große Scheibe, Wiegetritt, Vmax: 28km/h. Ein Traum. Das war schon lustig muß ich sagen.
Über La Santa und Tinajo ging’s dann die Feuerberge runter, und dort sollte ich dann für alles entschädigt werden: Neue Höchstgeschwindigkeit: 83,2 km/h, und da geht locker noch was! Da geht einem aber schon der Reis, vor allem wegen dem böigen Seitenwind
Dann übermütig und noch immer im Adrenalinrausch der Feuerberge-Heitzerei noch eine extra Schleife über Playa Blanca. Zunächst eine sensationelle Entscheidung, die 15km auf der Bundesstraße nach Süden ging’s im Schnitt mit 50-50 km/h sehr geil dahin. Dann ging’s los. Am Anfang eine eeeennddddllllooooooossseeee Gerade die nach nix ausschaut und trotzdem 5-6% hat und einfach nur kilometerlang zach dahingeht.
Dann seh ich schon den Kreisverkehr Richtung Femés ab dem es steiler weitergeht, aber nicht mehr weit ist bis nach oben. Dort angekommen ist die Freude dann relativ schnell in Überraschung, Entsetzen, blanken Überlebensinstinkt umgeschlagen. Da geht’s dann nämlich zunächst mal mit 11-12% weiter, bis man die letzte Rampe sieht die sich gleich mal mit 16-17% aufstellt. Dass nach über 5h im Sattel war schon sehr zach. Umso größer die Freude nach der letzten Kurve endlich oben zu sein!
Dann war’s nicht mehr weit zum Wechsel, und dann ist es ja erst wirklich losgegangen mit dem Schmerz. Witzig war noch die Putzfrau die gerade in unserem Appartment war und mir erklären wollte ich muss 5min warten bis sie fertig ist. Wenn ich zwischen 5,5h radeln und 1h laufen noch 5min Pause mache, kann ich mir ja gleich einen Ruhetag eintragen. tztztz. Mit einem gehechelten “It’s ok” bin ich vorbeigewuselt und bevor sie sich 2x umgedreht hat wo ich bin, war ich auch schon wieder weg.
Der Lauf war auch wieder eine Erfahrung. Ich merke immer am besten dass ich komplett paniert bin, wenn ich anfange vom Essen zu fantasieren. So geschehen nachdem ich an der Promenade bei den ersten Restaurants vorbeigekommen bin. Am liebsten hätte ich zu dem Zeitpunkt Berner Würstel mit Pommes gehabt, dicht gefolgt von Schnitzel mit Pommes und Germknödel (ohne Pommes). Geworden ist’s ein Powerbar Gel. Auch nicht schlecht. Das hat dann glücklicherweise auch recht bald gewirkt, dadurch blieben dem McDonalds der dann später gekommen ist auch einige unschöne Szenen eines hungerastigen Triathleten erspart. Mit einem zweiten nachgeschobenen Gel (sicher ist sicher) ging’s dann recht ansehnlich bis zum Ende. Am Ende 5:34h am Rad und 1h Laufen – that’s the way aha aha I like it aha aha. Sehr geil!

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