Die Trainingsbibel für Triathleten

"We claw with our fingernails for that inch. Because we know when we add up alle that inches, that's gonna make the fucking difference between winning and loosing. Between living and dying. I tell you this: In any fight it's the guy who's willing to die who's gonna win that inch"

- Tony D'Amato (Al Pacino) in Any Given Sunday

My Road to Kona / Triathlon Blog von Martin Muehl
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Mein Ironman Training für 2008 - Teil 2

In Teil 1 ging es um eine Analyse der Rennen die ich in der abgelaufenen Saison absolviert hatte, diesmal geht es darum daraus Stärken und Schwächen abzuleiten.

Wo lagen im Wettkampf meine Stärken, wo gab es Schwächen?

Schwimmen

Im Schwimmen habe ich im Vergleich zum Vorjahr mein Level gehalten. Das ist einerseits natürlich ein Rückschritt da ich mich nicht wirklich verbessert hatte, andererseits bin ich in der Vorbereitung im Vergleich zur Vor-Saison auch nur die Hälfte geschwommen. Ich hatte vor allem im Winter einfach keine Lust mehr ständig wie ein Blöder nur Bahnen zu schwimmen und habe das einfach gestrichen und versucht mich mehr auf Technik zu konzentrieren -macht auch mehr Sinn. Für diesen Winter muss aber auch ein richtiger Schwimmtrainer her mit dem ich 1x pro Woche ein ordentliches Techniktraining mache. Nächstes Jahr will ich schließlich schon nach einer Stunde aus dem Wasser.

Radfahren

Radfahren war der größte Leistungssprung - hier bin ich im Vergleich der drei Sportarten untereinander verhältnismäßig sicher auch am stärksten. Neben dem Trainingslager in Cesenatico habe ich auch noch ein Trainingslager auf Gran Canaria eingeschoben was sicher sehr viel gebracht hatte. Auch die neue Sitzposition hat mich auf dem Rad deutlich verbessert.

Laufen

Lauftraining war zu Beginn der Saison im November bis Dezember aufgrund des milden Winters weitaus umfangreicher als noch die Saison davor. Dann ging’s aufgrund von Krankheiten und des vermehrten Radtrainings aber relativ bergab. HM-Zeiten bei den Ironman-Halbdistanzen in der Vorbereitung waren wie schon geschrieben nicht berauschend. Was das angeht ist es sicher wichtig da mehr darauf zu achten das Laufen nicht zu vernachlässigen. Wie es mir beim Ironman gegangen wäre kann ich nicht sagen, da ja da schon mein großes Ziel nicht mehr zu erreichen war, war natürlich auch die Motivation dahin mich zu quälen.

Mental

Eine Sache die mich relativ lange beschäftigt hatte war mein großer Einbruch beim Ironman nachdem ich die beiden platten Reifen hatte und wusste dass ich die sub 11h nicht mehr erreichen kann. Der Grund des Einbruchs war relativ klar: Ziel war unter 11h zu kommen. Dafür hatte ich seit November trainiert, dafür bin ich im Winter Laufen gegangen, bin ich 2x auf Trainingslager gefahren und habe ich weiß nicht wieviel 1.000e Euro ausgegeben. Darauf war alles ausgerichtet und als ich wusste es ist vorbei damit war auch der Kopf komplett leer.

Die Frage die ich mir stellte war, ob es nicht besser ist sich einen Plan B zurechtzulegen für den Fall das eben etwas passiert.

Dazu gibt’s jetzt von mir aber ein definitives NEIN.

Aus folgendem Grund:
Um mich für 8monatiges Training (von dem fünf Monate im Winter sind) motivieren zu können, brauche ich ein Ziel dass so ambitioniert ist, dass ich weiss auch wenn ich jetzt im November mal eine Woche sausen lasse, kann sich das am Ende rächen. Das waren voriges Jahr die sub 11h beim Ironman Austria. Ein amitionierteres Ziel wäre unrealistisch gewesen, ein weniger ambitioniertes wäre nicht Motivation genug. Ein ambitioniertes Ziel zu haben heisst aber auch im Wettkampf an einen Punkt zu kommen, an dem man an seine Grenzen geht - und darüber hinaus. Wenn ich jetzt an diesem Punkt bin und ich habe nur ein Ziel vor Augen, dann fällt es mir auch leichter nochmal aus dem Sattel zu gehen, oder nochmal schneller zu Laufen um Tempo zu machen. Wenn ich jetzt aber im Hinterkopf weiß es gibt einen Plan B den ich erreiche ohne dass es so weh tut, dann ist die Gefahr groß dass ich (wenn auch nur unterbewußt) nicht so sehr an meine Grenzen gehen kann. Deshalb wird’s auch in Zukunft nur ein Ziel geben.

Rückschlüsse für das kommende Ironman Training:
Im Schwimmen mit einem Trainer vor allem auf die Technik konzentrieren - keine unnötigen Längen abspulen. Radfahren wieder zwei Trainingslager und mit dem neuen Rad im Frühjahr von Anfang an an der Sitzposition arbeiten. Laufen gleichmäßig durchziehen und auch im Frühjahr wenn die Radumfänge größer werden nicht vernachlässigen. Mental bleibt’s bei einem Ziel für den IMA: sub 10:30h.

In Teil 3 geht’s morgen um eine Analyse der Trainingsumfänge in den einzelnen Disziplinen…

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3 Kommentare

1. snick man schrieb am 25. October 2007 um 10:11

servus martin,

ich verstehe deine ansichten zur zielvorgabe. dennoch bin ich erstaunt, daß du jetzt schon die 10h30 anpeilst, wenn in deiner roadmap noch die sub11h offen sind.
erfolg im triathlon ist nie eine gerade linie. heuer hast du lehrgeld gezahlt, das gehört dazu. du mußt nicht deine ziele erhöhen, nur um uns treue leser bei laune zu halten. was machst du, wenn du 10h45 erreichst nächstes jahr (was übrigens eine super zeit ist…), bist du dann enttäuscht?

lg
snick

[Direkt Antworten]

2. Martin Mühl schrieb am 25. October 2007 um 10:32

Wie Du gesagt hast: Heuer habe ich sicher Lehrgeld bezahlt. Wenn ich die Reifenpannen nicht gehabt hätte, bin ich mir recht sicher dass ich auch unter die 11h gekommen wäre (auch wenn man’s natürlich nie genau weiß weil noch viel passieren kann).

Das heißt für mich dass das Training für die sub11h gepasst hat, und um mich dieses Jahr zu motivieren das Training auch kontinuierlicher über die ganze Vorbereitung durchzuziehen stecke ich mir auch ein höheres Ziel.

10:45h sind sicher eine super Zeit, keine Frage. Wenn ich mich aber 8 Monate vorbereite und ich erreiche mein gesetztes Ziel nicht bin ich zumindest anfangs schon enttäuscht. Relativiert sich nach einiger Zeit aber wieder, war ja dieses Jahr auch so.

[Direkt Antworten]

3. Markus schrieb am 25. October 2007 um 14:05

Hallo Mártin,

Zeiten sind immer relativ - aber das weißt du ja eh. Ich würde mir totzdem einen Plan B zulegen, aufgrund dessen, da man ja nie weiß was für bedingungen (wind, hitze und,.. dazukommt)am Tag X herrschen und es schon nach dem Schwimmen und den ersten Kilometern klar ist , dass man es eher nicht schaffen kann. Deshalb sollte Mann auch hier etwas flexibler reagieren könne. Ich hab auch erst heuer meine ungefähres Potential abrufen können - Jedoch hab ich ein minimales Ziel verfolgt - Finishen. Der Rest ist dan von selber gekommen. Wer sagt oder wer weiß ob du es vielleicht doch nicht geschafft hättest! Aber das ist jetzt auch egal. Ich meine nur das Rennen ist so lang und hat soviele Momente die man vor dem Rennen nicht berücksichtigt hat. Wie gesagt ich hab mein Ziel diese Jahr erreicht - und das weil ich sehr viel lockerer an die Sache angegangen bin als zuvor - und wenn du von dir überzeugt bist , dann schafftst du es auch an diesem tag - mit allen großen und Kleine Komplikationen !!

gruss
Markus

[Direkt Antworten]

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