Der schmale Grat – Gefahren in den letzten Trainingswochen
Geschrieben von Martin Mühl am 10. June 2009. Kategorie: Training

Die letzten beiden Trainingswochen bieten die Möglichkeit sich den letzten Feinschliff für einen Wettkampf zu holen, bergen aber auch die Gefahr sich übermotiviert die erarbeitete Form zu zerstören.
Grundsätzlich gilt: Was man sich bis jetzt an Form nicht erarbeitet hat, kann in den letzten Wochen auch nicht mehr aufgeholt werden. Auf der anderen Seite kann man aber leicht übers Ziel hinausschießen und dann im schlimmsten Fall in ein Übertraining kommen dass gerade beim Wettkampf negativ zum Tragen kommt.
Die Schwierigkeit der Entscheidung
Schwer wird’s wenn man richtig unterscheiden muss zwischen Überwindung beim Training die einen auf ein neues Level führt und Überwindung die einen kaputt macht. Noch schwieriger wird’s, wenn man diese Entscheidung schon angeschossen während dem Training treffen muss.
Beispiel: Me
Meine letzten beiden Wochen sind vor allem was die Läufe angeht sehr intensiv – absichtlich um der Tempohärte den nötigen Schliff zu geben.
Nach dem 5-tägigen Höhentraining vorige Woche war Sonntag Ruhetag, Montag ein 1h Lauf und Dienstag die erste harte Einheit mit 3/4/5km Tempoläufen im 4:10-4:20er Schnitt.
Long story short: Zum 5km Intervall ist es nicht mehr gekommen weil ich schon die ersten beiden nur mit Ach und Krach geschafft hatte.
Hier die genauen Werte:
3km Einlaufen, 5:34min/km, 144 HF <- Ok
3km Tempo, 4:19min/km, 180 HF (!!) <- recht hoch für mich
1,5km Traben, 5:30min/km, 169 HF (!!) <- die HF hat sich kaum erholt
4km Tempo, 4:21min/km, 186 HF (!!) <- kein Wunder das ich im Eck war
2km Traben, 5:32min/km, 169 HF <- wieder nicht erholt
dann entschlossen abzubrechen und den schnellen 5er nicht zu machen
2,8km Traben, 6:10min/km, 160HF <- selbst nach über einer Viertelstunde im 6er Schnitt hat sich die HF nicht richtig erholt
Die Entscheidungsfindung
Die Entscheidung den letzten 5er nicht zu machen war keine leichte, im Nachhinein aber sicher die richtige. Vor allem der Blick auf die Herzfrequenzen zeigt dass ich einen gezwungenen 5er wahrscheinlich kaum überstanden hätte ohne mich komplett abzuschiessen.
Geholfen haben zwei einfache Fragen:
- Was kann ich durch’s Durchhalten gewinnen?
- Was kann es mich kosten?
Gewonnen hätte ich einen Tempolauf der bei erfolgreicher Absolvierung wohl sehr gut für den Kopf gewesen wäre.
Auf der anderen Seite hätte ich mich aber auch komplett abschießen können und im schlimmsten Fall wären dann ganze Trainingseinheiten in den darauffolgenden Tagen ausgefallen.
Danach lag die Entscheidung auf der Hand.
Heute ging’s auch schon wieder viel besser:
22km Berge (Cobenzl, Kahlenberg), 5:27min/km, 152 HF
In den letzten Wochen ist weniger oft mehr – was zählt ist der Wettkampf!
Tags: laufen, rad, trainingTipp des Tages:
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1 Kommentare
1. Alfred schrieb am 16. June 2009 um 13:56
das war absolut die richtige Entscheidung den 5er nicht mehr zu machen, ich weiß noch von früher beim Mittelstreckentraining 12x 400m, 800er usw. wenn es dich beim 9ten schon zereist brauchst du die restlichen 3 nicht mehr machen – außer man will sich runieren.
Und für Kärnten gilt bei Dir “YES YOU CAN”
[Reply]